Jedes Ensemble hat eigenen Stil

27.06.2009 - BAD KREUZNACH

Von Björn-Christian Schüßler

BIGBAND-KONZERT Röka, LiHi unnd Stama treten erstmals gemeinsam auf / Überraschungen erwartet

Das Bigband-Konzert am Sonntag, 5. Juli, ab 17.30 Uhr auf der Lokalen Bühne im Schlosspark, für die die AZ eine Medienpartnerschaft übernommen hat, verspricht ein besonderes Highlight zu werden. Denn beim Rheinland-Pfalz-Tag brechen die Bigbands der drei Kreuznacher Gymnasien "an der Stadtmauer", "am Römerkastell" und "Lina Hilger" das Konkurrenzdenken auf und unterhalten das Publikum erstmals gemeinsam.

Dabei haben sich alle drei Bandleader ein individuelles Programm ausgedacht, das sich von den anderen deutlich unterscheidet. Wie auch jedes Ensemble seinen eigenen Stil besitzt. "Wir sind nicht so fürchterlich perfektionistisch. Es ist in den Proben immer eine besondere Stimmung, immer Spaß dabei", sagt Michael Hofmann, seit einem Jahr Leiter der Röka-Bigband. Und in der Tat: Zwischen den Stücken witzeln die Musiker um die Wette, es wird viel gelacht und auch noch richtig gute Musik gemacht. "Solch lockere Atmosphäre geht aber auch nur, weil wir in allen Stimmen richtig gute Leute haben", urteilt der Bandleiter. Und einen guten Ruf: Laut Hofmann wollen viele Kinder aufs Röka und dann "möglichst schnell in die Bigband".

Das scheint auch daran zu liegen, dass sich die Schüler immer wieder Stücke wünschen dürfen, die Hofmann mit ihnen einübt und dabei auch schwierige Herausforderungen nicht scheut. Im kommenden Schuljahr soll beispielsweise die "Bohemian Rhapsody" von Queen gespielt werden. Beim Landestag werden Latin Rock und Funk das Klangbild der Röka-Bigband bestimmen.

Rund 30 Schlagzeuger, Saxophonisten, Trompeter und Posaunisten wirken in seiner Gruppe mit, darunter auch zehn Ehemalige mit viel musikalischer Erfahrung. Dass der Schule Verbundene überhaupt dabei sein dürfen, gilt seit Beginn der Band vor 21 Jahren und ist ebenso ein Markenzeichen des Röka.

Eine solche Regelung hat die Bigband des Lina Hilger-Gymnasiums nicht mehr nötig. Musiklehrer Marco Spohn hat die Ausbildung der Instrumentalisten vor vier Jahren mit der Einrichtung einer Bläserklasse revolutioniert. Die neu gegründete Junior-Bigband für die Schülerinnen und Schüler der Klassen sieben und acht - derzeit sind 26 dabei - hatte beim Sommerfest den ersten Auftritt und machte ihre Sache hervorragend.

Akribie gehört zu den Stärken von Dirigent und Musikern. "Ich lege Wert auf konzentrierte und zielorientierte Proben, auch wenn das mit verdammt viel Arbeit verbunden ist", sagt Spohn. Die Schülerinnen und Schüler der 12-köpfigen Bigband danken es mit Leistungen "auf einem sehr guten Niveau". Auch deshalb gehöre das Ensemble zu einem der gefragtesten in der Stadt. Doch mehr als fünf bis sechs Auftritte außerhalb der Schule sind nicht drin.

Lieber steckt Spohn weitere Energie in die musikalische Ausbildung, so in Workshops zum Improvisieren. Virtuosentum ist am LiHi genauso erwünscht wie Modernität bei der Stückauswahl. "Es gab eine gute Tradition mit viel Swing, auf die man aufbauen konnte", sagt Spohn. Er denkt dabei an seinen Vorgänger Werner Reitz, der die Bigband 1987 gründete und bis 2005 leitete. Nun setzen die Musiker neue Akzente, die beim Landestag in viele RnB- und Soul-Stücke münden werden.

Dagegen werden die Bläser und Rhythmiker der Stama-Bigband eher Klassiker und uralte Tanzlieder zum besten geben. Für das Gymnasium, aus dem letztlich der über die Stadtgrenzen bekannte "Soundexpress" hervorgegangen ist, ist die Teilnahme beim Landestag schon ein tolles Ereignis. Denn die Bigband stand vor anderthalb Jahren, als mit dem Abitur das halbe Ensemble die Schule verließ, fast vor dem Aus.

Schließlich entschied Berufsmusiker Mark Merritt, viele Stücke auf eher klassische Instrumente wie Querflöte umzuschreiben, um möglichst viele Schüler beteiligen zu können. Derzeit besteht die Gruppe aus 17 Jugendlichen, die der Bandleiter ganz individuell motiviert: "Wir nehmen eine Weihnachts-CD auf, sie werden im Background zu hören sein."

Aushängeschild der Stama-Bigband sind die beiden Sängerinnen. Doch auch der Chef greift hin und wieder zum Mikro. Beim Landestag dürfen also eine Reihe Überraschungen erwartet werden.

 

 

 

Dienstag, 07. Juli 2009 18:06 Uhr
URL: www.allgemeine-zeitung.de/region/bad-kreuznach-bad-sobernheim-kirn/stadt-bad-kreuznach/7028759.htm

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